A14 wird 7-spurig
Dieser Anschluß kostet die österreichischen Steuerzahler 13 Mio € und bedient einzig und allein das Messegelände.
Eine Investition in der Bauwirtschaft könnte im Prinzip ja ein berechtigter Lösungsansatz sein, wenn:
- durch die zu dichte Aufeinanderfolge der beiden Vollanschlüsse nicht eine sehr komplizierte Verkehrssituation entstünde, die zur Folge hat dass
- auf eine Länge von 1,4 km eine teilweise 7-spurige (!) Autobahn entsteht
- mindestens 6 unfallträchtige Situationen entstehen und zwar durch die so genannten Kollektorfahrbahnen zu beiden Seiten der bestehenden Autobahn, in die ALLE Zu- und Abfahrten (7 Stück !) einmünden
- durch den Anschluß im Bereich der Kehlerstrasse eine Überlastung der angrenzenden Strassen erfolgt bzw. in weiterer „logischen“ Folge die Notwendigkeit einer Verstärkung oder Weiterführung ins anschließende Strassennetz bedingt.
Durch die Lage des neuzuschaffenden Autobahn-Vollanschlusses im Gesamtnetz der Autobahn tritt keinerlei Verbesserung für die Stadt Dornbirn ein. Alle Verkehrsprobleme des südlichen Stadtgebietes, inklusive des zunehmenden Schwerverkehrsaufkommen im Bereich des Betriebsgebietes zwischen Dornbirn und Hohenems bleiben nicht nur ungelöst, sondern werden noch verstärkt bzw. verhindern eine bessere Lösung im Bereich der Schweizerstrasse.
Es ist notwendig die Stadt Dornbirn darin zu unterstützen, die Asfinag zum Überdenken dieses riesigen Bauvorhabens mit zweifelhaftem Erfolg zu zwingen. Es gibt günstigere und bessere Lösungen zur Bewältigung des Verkehrs in diesem Bereich. Zum Beispiel eine direkte Abbiegespur zum Messepark, die nicht über den Kreisverkehr geht.
Die Einspruchfrist laeuft nur mehr bis 30. März 2009. Die Plaene koennen im Bauamt der Gemeinde Dornbirn eingesehen werden. Die Einspruche koennen schriftlich: Bmvit Abteilung II/ST3,1010 Wien Stubenring 1 per FAX 0171162/655065 oder per Email: st3@bmvit.gv.at eingebracht werden.
Vorlage für eine Stellungnahme
Bundesministerium für Verkehr,Innovation und Technologie
Abteilung II/ST3
1010 Wien, Stubenring
st3@bmvit.gv.at
Betrifft: Stellungnahme zum Bundesstrassenbauvorhaben A14 Rheintal/Walgau Autobahn, Umbau und Erweiterung der Anschlussstelle Dornbirn Süd sowie Errichtung der Anschlussstelle Dornbirn Süd Messezentrum, im Bereich der Stadtgemeinde Dornbirn.
Ich, ___________, wohnhaft in 6850 Dornbirn _________gasse __ möchte zum vorgelegten Projekt folgende Stellungnahme abgeben:
Das Projekt in der nun vorliegenden Form halte ich für eine verkehrstechnische und sicherheitsmäßige Verschlechterung gegenüber der derzeitigen Situation.
Durch die räumlich zu dichte Aufeinanderfolge von zwei Vollanschlüssen müssen beidseitig sogenannte Kollektorfahrbahnen errichtet werden.
Die Verkehrsteilnehmer müssen auf dieser doppelspurigen Fahrbahn in den „Verflechtungsstrecken“ nicht nur dem von der Autobahn abfahrenden bzw. dem auf die Autobahn auffahrenden Verkehr jeweils einen Spurwechsel ermöglichen, sondern auch noch auf „überholenden“ Verkehr achten. Erst nach 800 m kommt die eigentliche Einfahrt auf die Autobahn. Insbesondere für ortsunkundige Verkehrsteilnehmer entstehen dadurch eine Vielzahl von Gefahrenquellen.
Für Wild und Weidevieh gibt es keine nahe Möglichkeit, die Autobahn zu queren, wenn die bestehende Unterführung dem Zufahrtsverkehr zum neuen Autobahnanschluss gewidmet wird.
Wenn von Seiten der Stadt Dornbirn ein eigener „Messeanschluss“ tatsächlich als notwendig erachtet wird, so kann dieser in einer Ausführung als Halbanschluss, d.h. Abfahrt aus Richtung Feldkirch und Auffahrt in Richtung Feldkirch im Bereich Kehlegger Gemeindestrasse, ohne Kreisverkehre Südost und Südwest und ohne Kollektorfahrbahnen, d.h. ohne Brückenverbreiterungen und ohne notwendige Anschüttungen für die Neutrassierung ausgeführt werden.
Wie aus der beiliegenden Verkehrsprognose ersichtlich (Beilage 5.3+5.6), handelt es sich bei dem durch den Neuanschluss wegfallenden Verkehr nur um ca. 7,3 Prozent des Gesamtverkehrsvolumens. Dies rechtfertigt weder die Kosten, noch den ökologischen Schaden, noch die während der Bauzeit entstehenden Verkehrsbehinderungen.
Grundsätzlich ist ein Ausbau von Strassenbauten möglicherweise ein Impuls für die Bauwirtschaft, jedoch offensichtlich kein Bedürfnis des Marktes: Laut einer Presseaussendung der ASFINAG vom 16.2.2009 ist ein Rückgang des LKW Verkehrs auf der Korridorstrecke über den Arlberg um 15,1% im Jänner 2009 verglichen mit dem Jänner 2008 zu verzeichnen.
In der Hoffnung auf eine sachliche Neubewertung des vorliegenden Projektes verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
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Sensible Gebiete werden zwangsenteignet - Viehtrieb und Wildwechsel behindert
Nachdem ich sonntags in meinem Blog über die Pläne der ASFINAG berichtet habe,
steht am Montag früh ein Bauer in Stallstiefeln vor unserer Haustür. Er würde
sich da gerne genauer erkundigen wollen, was man gegen das Bauvorhaben im Gsig
tun kann. Ich lade ihn in die Küche ein und hole das Notebook zum
Mitschreiben.
Die Argumente sind schnell zusammengetragen:
1. Grund- und Bodenvernichtung durch Kollektorfahrbahnen, Auf- und Abfahrten
und ausladenden Kreisverkehre ohne UVP - Verfahren
(Umweltverträglichkeitsprüfung)
2. Enteignung von landwirtschaftlichen Freiflächen mit äusserst
unterschiedlichen Abgeltungsbeträgen ohne Einspruchsmöglichkeiten
3. Bestehende Unterführung nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar
4. Viehtrieb und Wildwechsel im Gsieg versperrt
Die Verdopplung des Autobahnanschlusses Dornbirn Süd wirft viele weitere Fragen auf:
1. Für wen wird der zweite Anschluss gebaut? Auch wenn der Messepark oder die
Eishalle viele Besucher anziehen, brauchen diese doch noch längst keinen
eigenen Autobahnanschluss. Der Messepark ist nicht die SCS und Dornbirn ist keine Millionenstadt.
2. Wer den neuen Anschluss nützt, um in die Stadt zu kommen, muss trotzdem
über den bestehenden Kreisverkehr - das Nadelöhr bleibt.
3. Gibt es eine aktuelle Bedarfserhebung? Der Strassenverkehr nimmt derzeit
generell ab und niemand weiss, ob auch nach der Wirtschaftskrise wieder mehr
Auto und LKW gefahren wird.
4. Schon jetzt fährt alle 5 Minuten ein Auto trotz Fahrverbots über den Feldweg Richtung Schweizerstrasse, diese stören Tiere, Spazierer und Radfahrer. Schleichwege am Langen Mäder werden sicher mehr und nicht weniger genutzt werden.
5. Gibt es etwa gar Überlegungen, quer durch's Ried eine Verbindung vom
Industriegebiet am Steinbruch über die Bleichestrasse zum neuen
Autobahnanschluss zu führen? Wollen wir das überhaupt?
5. Wurde jemals eine Null-Plus-Variante diskutiert? Eine Verbreiterung der
Rampe 3 (bestehende Abfahrt von Süden kommend) durch eine eigene Spur zum
Messepark würde den bestehenden Kreisverkehr entlasten und es wäre vermutlich kein weiterer Vollanschluss notwendig.
6. Ist eine Kollektorfahrbahn sicherer als die bisherige Spurführung? Wenn die
Autofahrer auf 1,4 km Länge die Fahrbahn nicht wechseln dürfen, gibt es da
nicht häufig Fehlentscheidungen an den Einfädelpunkten mit
möglichen Panikreaktionen?
Im Verkehrskonzept Vorarlberg aus dem Jahre 2006 ist ein Ausbau des
Anschlusses Dornbirn Süd enthalten. Diese Baumassnahmen wurden erfolgreich
durchgeführt - ein zweiter Autobahn-Vollanschluss hingegen ist darin nicht
errwähnt. Dornbirner Landwirte sind daher nicht gewillt, die notwendigen
Grundstücke abzugeben. Nun werden konkrete Protestmassnahmen für eine Null-
Plus-Variante und die Einleitung eines UVP Verfahrens eingefordert.
Die Stadt Dornbirn soll als e5 Gemeinde den Ausbauplan der ASFINAG stoppen, denn diese werden offenbar von Wien diktiert, ohne die lokalen Bedürfnisse zu kennen. Zudem würde sich die Stadt 1,5 Millionen Euro ersparen - das ist jener Anteil, den sie für die Errichtung der Kreisverkehre Südost und Südwest selber tragen muss. Somit ist auch die Stadt Dornbirn aufgefordert, einen Einspruch zum Edikt der Asfinag bis 31.3.2009 zu erheben.